R H Y T H M E N   U N D   Z Y K L E N   D E S   J A H R E S

von Ing. Herbert Gradl


Allgemein

Die Rhythmen und Zyklen der Natur waren von je her die „Taktgeber“ für die Menschheit. Nur in unserer modernen Zeit mit künstlichem Licht, wohl temperierten Wohnungen, Arbeitshektik und dem Glauben daran, das alles machbar ist, haben wir uns immer davon entfernt. Und trotzdem sind sie hier, diese Rhythmen und Zyklen und sie beeinflussen uns, ob wir es wahr haben wollen oder nicht. Die bekanntesten davon sind die 4 Jahreszeiten und diesen entsprechend gab es früher wichtige Feste. Teilweise kommen diese jetzt immer mehr in Mode, werden jedoch hauptsächlich kommerzialisiert und als Geschäftsbringer benutzt. Da man sich früher hauptsächlich nach den Mondfasen ausgerichtet hat, waren diese Feste niemals an fixen Tagen im Jahr, so wie dies heute durchgeführt wird! Das Abkoppeln von diesen Mondzyklen hat zur Folge, dass man an dem heute meistens offiziell verkündeten Tagen nicht in die wirkliche Energie dieses Tages kommt. Dadurch können diese Kraft, diese Möglichkeiten, die Kontakte zur Anderswelt nicht, oder nur mehr ansatzweise gespürt werden. Dies hat sicher auch dazu beigetragen, dass diese Feste immer mehr in Vergessenheit geraten sind. Heute jedoch, in der Zeit des Wandels beginnt man sich immer mehr wieder daran zu erinnern. Jedoch wie gesagt, sehr kommerzialisiert.

 

Begriffsbestimmungen

Die Phase wo der Mond aufgrund seiner Position zur Erde nicht sichtbar ist, hat sich bei uns als Neumond eingebürgert. Jedoch wird in Fachkreisen dieser Abschnitt als „Schwarzmond“ bezeichnet. Dieser Begriff passt auch wesentlich besser zu dem Ereignis. „Neumond“ ist der erste, dünne Sichelmond nach Schwarzmond. Diese Bezeichnung scheint in verschiedener Literatur auf und deshalb beschreibe ich sie hier. Es ist auch für die Berechnung der Jahresfeste nach den Mondfasen von Bedeutung, da hier manchmal vom Neumond nach dem Schwarzmond gesprochen wird.

 

Berechnung der Festtage

Wie schon vor erwähnt gibt es hier unterschiedliche Ansätze. Fixe Tage – eher nicht wirklich passend Flexible, den Mondfasen angepasste Tage. Wie bei vielen Dingen gibt es auch hier unterschiedliche Möglichkeiten, wie ich beim Studium der verschiedenen Literatur festgestellt habe. Wir mit unserem westlich trainiertem Denken haben dann unter Umständen das Problem „was ist jetzt wirklich richtig“? Hier kann ich nur empfehlen, probieren sie es aus, gehen sie an diesen Tagen in die Tagesenergie und stellen sie für sich selbst fest, was ist für sie stimmig. Ich arbeite nach einem System, das aus traditioneller Frauenüberlieferung abstammt und das ich bei Johanna Markl (Deutschland) gelernt habe.

 

Jahresfeste

In der Literatur sind bei den Bräuchen teilweise sehr unterschiedliche Möglichkeiten aufgeführt. Dies sicher auch daher, dass eben vieles abgewandelt und ergänzt wurde. Also, auch hier wieder selbst überprüfen, was Sinn macht. Bei meinen Bräuchen sind nicht alle Möglichkeiten angeführt. Spiegelt meinen Zugang zu diesen Tagen wieder.

 

Samhain / All Hallows Eve / Hallows Eve / Hallow E´e

Als Halloween allgemein bekannt. Dies ist ein Mondfest. Im Jahreskreis liegt es Beltane genau gegenüber und gilt als dessen dunkle Schwester. Samhain heißt es bei den Kelten. Es ist das Ende des Sommers und das neue Jahr beginnt. Die Zeit von Samhain bis Beltane galt als die Winter Zeit. Von Beltane bis Samhain die Sommerzeit. Samhain ist eines der höchsten Feste und die magischste Zeit des Jahres. Die Ordnung zerfließt im Chaos dieser Nacht, die weder zum Alten, noch zum Neuen Jahr gehört. Danach gibt es wieder eine neue Ordnung. Es ist eine Zeit, an der der „Vorhang“ zwischen den Welten (Diesseits und Jenseits) sehr dünn ist, sodass sie sich stärker berühren als sonst. Eine Zeit zwischen den Welten Es ist die beste Zeit, um mit der Anderswelt Kontakt aufzunehmen, oder seine „übersinnliche“ Fähigkeiten zu trainieren. Die Welten berühren sich und die Seelen dürfen, wenn sie wollen, in die Welt der Lebenden zurückkehren, um gemeinsam das Fest zu feiern. Es ist nicht nur eine Zeit des Gedenkens an die Verstorbenen, sondern auch an die noch ungeborenen Seelen oder die Neugeborenen.

 

Termin

Wie bereits in Kapitel 3 erwähnt, gibt es unterschiedliche Berechnungstechniken. Ich arbeite nach einem System, das aus traditioneller Frauenüberlieferung abstammt und das ich bei Johanna Markl (Deutschland) gelernt hatte. Danach ist es für 2015 der 5. Oktober 2015. Nach einer anderen Berechnungsart ist es der 13. Oktober 2015. Ich empfehle Ihnen die Energiequalitäten der einzelnen Tage miteinander zu vergleichen. Entscheiden Sie dann welcher Tag für Sie passender ist. Wie schon unter Punkt 1. erwähnt wurden die Jahresfeste aus ihrer früheren, zeitlichen Zuordnung herausgenommen und an einen fixen Tag gelegt. Die christliche Kirche bemühte sich seit ihrem Bestehen, die alten, „heidnischen“ Bräuche abzuschaffen. Da diese jedoch in der Bevölkerung seit Jahrhunderten verankert waren, gelang dies nicht. So begann die Kirche diese Tage für sich zu nutzen, anders zu benennen und an ein anderes Datum zu legen. So auch bei Samhain / Halloween. Im Jahre 837 veranlasste Papst Gregor IV die Umwandlung von Samhain. Berücksichtigt wurde der originale Anlass, die Toten zu ehren. Er setzte dafür den 1. November „Allerheiligen“ an (gefolgt von Allerseelen am 2.). So wurde Samhain zum Vorabend vor Allerheiligen.

 

Bedeutung / Mythen und Kraft dieses Tages

  • Das Tor zur Anderswelt geht auf. Die Kräfte der Ahnen und der „Unterwelt“ habe die Möglichkeit in unsere Welt einzutreten. Die beiden Welten berühren sich nicht nur, sondern können sich auch austauschen. Es ist eine sehr „magische“ Zeit.
  • Wegen diesem Kontakt zu den Ahnen- und Seelenkräften wurden früher, vor allem zu dieser Zeit, Weissagungen (Divinationen), mit deren direkter Befragung, durchgeführt.
  • Die restlichen „Fruchtbarkeitskräfte“ werden eingesammelt. Das Leben, das nach unten geht, wird aufgenommen, gehegt und gepflegt, für den „Neustart“ vorbereitet.
  • Dieser Tag sollte uns an das Sterben und Werden erinnern, ohne Tod kein Leben. Daher auch das Gedenken an die Toten. Vor allem unsere Ahnen, die nach altem Glauben uns beschützen sollten. Um den Segen und die Kraft der Ahnen bitten.
  • Es ist die Zeit, wo die schamanischen Reisen in die Totenwelt am leichtesten gehen. Das Ziel hierbei ist Wissen zu erlangen.
  • „Der Tod ist unterwegs“
  • Die Ordnung zerfließt im Chaos dieser Nacht.
  • Es ist der Tag der „Totengöttin“ (Holle), welche die Toten in ihrem Reich willkommen heißt und beschützt.
  • Es ist die Zeit der „Frau Holle“ (Hulda, Hel), die an diesem Tag mit ihren Heerscharen unterwegs ist und alles, was sich ihr in den Weg stellt, mitnimmt.
  • Ebenso der Mythos, dass Feen, etc. an diesem Tag / Nacht Unfrieden und Chaos verbreiten, um sich an den Menschen für das „geraubte Land“ zu rächen.
  • Es ist auch die Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten vor dem Tod, durch manche Bräuche durchaus auf heiter Weise.
  • Keltischer Winterbeginn
  • Es geht auch um das Nähren, auch das Nähren der Ahnen.
  • Es ist eine Zeit des „Nichthandelns“!

 

Bräuche

  • Als Schutz und Abwehrmaßnahme gab es die Kürbisse mit den Fratzen um die „bösen“ Geister abzuhalten. Dies ist jedoch eher ein neuerer Brauch, welcher ca. Mitte des 19. Jhdt in USA, durch irische Einwanderer entstanden ist = „Jack´o´laterns“. Seinerzeit wurden Rüben verwendet, da die Kürbisse nicht bei uns beheimatet waren.
  • Speisen (wichtig „salzlos“ / Salz vertreibt die Geister) für die Ahnen wurden hergerichtet, vor die Tür gestellt, oder ein eigenes Gedeck am Tisch aufgelegt. Vor allem für die in diesem Jahr Verstorbenen Familienmitglieder.
  • Man stellt eine Kerze ins Fenster, damit die Geister der Toten sich nicht verirren und den rechten Weg heimfinden.
  • Etwas Wasser und ein Stück Brot werden für die Ahnen auf die Hausschwelle gestellt.
  • “Trick or Treat“ resultierte ebenfalls aus dem Brauch des Chaos Stiftens. Da man für die Seelen, Elfen, etc. oft Kleinigkeiten zu Essen opferte, spielten Erwachsene diese nach und wenn sie nichts bekamen, dann wurden / werden Scherze ausgeführt. Es war übrigens ursprünglich nicht ein Kinderfest, sondern die Erwachsenen waren diejenigen, die es ausführten.
  • Der Hexenbesen wird vor die Tür gestellt, um böse Geister abzuhalten.
  • Oder der Hexenbesen allgemein, um böse Geister aus dem Haus zu kehren.
  • Es wurden auch die Kleider verkehrt angezogen. Sein Inneres nach Außen kehren, um zu zeigen, dass Neues kommen kann und das Alte geht.

 

Farben

Dunkelblau, Silber weiß

 

Pflanzen

Eibe, Beinwell, Erle, Mistel, Kürbis

 

Tiere

Hund, Wolf, Schwan, Gans, Geier

 

Symbole

Zopf = Lebensschnur | Tor | Pfeil, der nach unten zeigt

 

Götter / Göttinnen

Holle | Hulda | Heel | Bercht | Perchta | Freyja, da sie ebenfalls über die Toten herrscht | Persephone (griechisch) | Proserpina (römisch) | Ereschkigall (ist die babylonisch-sumerische Göttin des Todes und der Unterwelt Kigalla) | Anubis | Wotan, da er ebenfalls über die Toten herrscht

 

Sonstiges

Milch, Brotlaib, Kerzen, Räucherwerk – als Opfergaben für die Götter und Göttinnen und die Ahnen.